[BILD: Merheimer Wappen]
[MERHEIMER KIRCHE]

Die Kirche St. Gereon

 In Merheim steht schon seit über 1200 Jahren eine Kirche, wie die eingemeißelten Stangenkreuze auf Bruchstücken fränkischer Grabsteine aus dem 7. oder 8. Jahrhundert - die man 1977/78 im Kirchhof gefunden hat - vermuten lassen. Die Kirche ist wahrscheinlich als Eigenkirche oder Kapelle des nahe gelegenen Fronhofes in fränkischer Zeit gegründet worden, denn mit dem Eigentum am Hof war seit jeher das Patronatsrecht über die Kirche verbunden.

 Zum Kirchspiel Merheim gehörten die Dörfer Rath, Brück, Thurn und Strunden (Dellbrück), Wichheim, Schweinheim, Isenburg (Holweide), Höhenberg und Ostheim. Noch bis in das 19. Jahrhundert mussten die Menschen dort über die Kirchwege nach Merheim gehen, um die Messe zu hören.

 Die merowingische Kirche wurde zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert von einer romanischen Kirche abgelöst. Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert um die Chor- und Seitenschiffe, sowie den Turm erweitert.

  St. Gereon war auch eine Wallfahrtsstätte zur Verehrung der heiligen Maria. Im südlichen Seitenschiff stand eine Marienfigur oder ein Marienbild der "Schmerzhaften Muttergottes". Die ihr gewidmete Merheimer "Bruderschaft der Schmerzen Mariens" war sehr bedeutend. Es gehörten ihr der Magistrat und der Hohe Rat von Köln an, aber auch Päpstliche Nuntien, Erzbischöfe und viele Adlige, selbst Papst Urban VIII. wird als "Stifer und Gifter" erwähnt. Jährlich wurde am 3. Sonntag nach Ostern (später am 1. Sonntag im August) entlang der Stationen des Fußfalls, eine große Wallfahrt zum Gnadenbild in die Merheimer Kirche abgehalten.

[Merheimer Kirchenfenster]

 1820 musste die alte romanische Kirche aus Altersgründen der heutigen größeren weichen. Die Altäre sind vermutlich aus der Zeit zwischen 1600 und 1730, sind aber erst für die neue Kirche von St. Aposteln gekauft worden. Die zwölf Apostel wurden zwischen 1846 und 1849 von dem Bildhauer Stephan aus Holz geschnitzt. 1897 wurden die drei großen Farbglasfenster eingebaut, vorher waren sie aus bemalter Leinwand.

zum Seitenanfang

 Zuerst als Saalkirche gebaut, wurden 1907 nachträglich Säulen und Bögen eingebaut. 1917 mussten die Glocken von St. Gereon (darunter eine von 1262 und 1685) für "Heereszwecke" abgegeben werden. Die heutigen Glocken sind von 1961. 1939/40 musste der 1849 gebaute spitze Turm wegen des damaligen Fliegerhorstes Ostheim entfernt werden und der kurze stumpfe Turm von heute wurde errichtet. 1956/57 wurden die Rundsäulen in glatte verputzte Pfeiler umgewandelt, die Stuckdecke mußte einer Kieferdecke weichen und die ganze Kirche wurde weiß gestrichen. 1995/97 musste die Kirche auch aufgrund des Erdbebens von 1992 renoviert werden. Dabei wurden auch die ursprünglichen Säulen und Kapitelle wieder hergestellt.

 Die ländliche Idylle mit altem Baumbestand, den Wiesen und Weiden sind geschützter Landschaftsbestandteil. Die Kirche, Pfarr- und Küsterhaus sowie der alte Teil des Pfarrheims stehen unter Denkmalschutz.

externe Links:

zum Seitenanfang

Abbildungen:

[1] Das Merheimer Wappen, in Auftrag gegeben vom Merheimer Geschichtskreis, entnommen dem Buch "Merheim, ein Dorf zwischen Heide und Bruch - Band 3, 2003"
[2] Turm von St. Gereon, gezeichnet von Paul Palm, aus "Merheim - Ein Dorf zwischen Heide und Bruch", Band 2, 2000, Seite 169
[3] Kirchenfenster, Foto von Unbekannt

Quellen

[1] "Merheim - Ein Dorf zwischen Heide und Bruch", 1997
zum Seitenanfang

mail to: h-felder@koeln--merheim.de
letzte Änderung: 17.03.2002